Müssen Affiliate-Links als Werbung gekennzeichnet werden?


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Eigentlich ist das Affiliate Marketing ja wirklich eine einfache und vor allem gut umzusetzende Einnahmequelle.

Man baut einfach an passender Stelle Affiliate-Banner ein und verlinkt die passenden Wörter im Text mit Affiliate-Links.

Als Affiliate ist man zudem daran interessiert, dass diese Affiliate-Links natürlich aussehen und nicht wie Werbung.

Da gibt es nur ein Problem. In Deutschland gibt es eine gesetzliche Trennungspflicht von Werbung und redaktionellem Content.

Müssen Affiliate-Links als Werbung gekennzeichnet werden?

Zu Beginn kurz der Hinweis, dass dieser Artikel keine Rechtsberatung darstellt, sondern ausschließlich meine eigene Meinung und Ansicht zu diesem Thema widerspiegelt.

Müssen Affiliate-Links als Werbung gekennzeichnet werden?

Zu Beginn kann man hier wohl gleich mal festhalten, dass es keine 100% klare Aussage dazu bisher gibt.

Klar ist allerdings die Kennzeichnungspflicht von kommerzieller Kommunikation nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 des Telemediengesetzes. Demnach muss Werbung klar als solche erkennbar sein.

Immer wieder gibt es Urteile, die Unternehmen (vor allem Medien) der Schleichwerbung überführen und entsprechende Strafen verhängen.

Fallen aber auch Affiliate-Links unter diese Regelung?

Sind Affiliate Links Werbung?

Das ist die eigentliche Frage dabei.

Laut dem Staatsvertrag über Mediendienste ist eine kommerzielle Kommunikation ebenfalls zu kennzeichnen.

Allerdings beinhaltet §3 Abs. 5 auch Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht.

In Punkt 5a jund 5b werden die folgende Ausnahme genannt:

  • 5a = Angaben, die direkten Zugang zur Tätigkeit des Unternehmens oder der Organisation oder Person ermöglichen, wie insbesondere ein Domain-Name oder eine Adresse der elektronischen Post und
  • 5b = Angaben in Bezug auf Waren und Dienstleistungen oder das Erscheinungsbild eines Unternehmens, einer Organisation oder Person, die unabhängig und insbesondere ohne finanzielle Gegenleistung gemacht werden

(Quelle: recht-niedersachsen.de)

Wenn man also auf Produkte, Dienstleistungen oder generell Unternehmen verlinkt, ohne dass eine finanzielle Gegenleistung erfolgt, muss diese Verlinkung nicht als Werbung gekennzeichnet werden.

Da man für das Setzen von Affiliate-Links und den Einbau von Affiliate-Bannern keine direkte Gegenleistung erhält, könnte man an dieser Stelle folgern, dass keine Kennzeichnung notwendig ist.

Aber natürlich gibt es eine indirekte Vergütung, die ohne das Setzen der Links und Banner nicht zustande kommen würde.

Das ist also ein sehr schwammiger Bereich, bei dem ich nicht wage zu prophezeien, wie ein Gericht da entscheiden würde.

Ich kennzeichne meine Affiliate-Links

Aus diesem Grund kennzeichne ich seit einer Weile alle meine Affiliate-Links.

Doch wie soll man diese kennzeichnen?

Bei Affiliate Bannern ist das relativ einfach. Dort steht der Text “Werbung” oder “Anzeige” meist direkt darunter. So kennzeichne ich übrigens auch jegliche verkaufte Bannerwerbung in meinen Blogs.

Bei Affiliate-Links wird das schon schwieriger. Man könnte hinter einen Affiliate-Link sowas wie (Affiliatelink) oder (Partnerlink) schreiben. Allerdings sieht das in einem Text nicht sehr gut aus und stört den Lesefluss. Aus SEO-Sicht ist es auch nicht ideal, wenn ständig diese Worte im Text vorkommen. Die etwas sichere Variante ist es aber wohl.

Ich habe mich dafür entschieden, hinter jedem Affiliate-Link ein Sternchen * einzufügen. Ganz oben in meinen Blogs und Affiliate-Sites steht dann die Erklärung (* = Affiliatelink).

Auf Grund der Tatsache, dass eigentlich gar nicht klar ist, ob man Affiliate-Links überhaupt kennzeichnen muss, halte ich diese Variante für ausreichend. Aber das ist, wie oben schon geschrieben, natürlich nur meine persönliche Meinung.

Und wenn man bedenkt, dass wohl 80-90 % aller Affiliate-Links im Web gar nicht gekennzeichnet werden, ist man damit hoffentlich auch nicht das erste Abmahnungsziel. ;-)

Eure Meinung

Wie geht ihr mit diesem Thema um?

Ignoriert ihr es einfach oder kennzeichnet ihr eure Affiliate-Links? Und wenn ja, wie?



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18 Kommentare für “Müssen Affiliate-Links als Werbung gekennzeichnet werden?”

  1. 1
    Torsten sagt:

    Ich warte eigentlich darauf, dass endlich ein Gericht diese Sache mal eindeutig klärt. Im Moment ist der, der seine Links kennzeichnet irgendwie im Nachteil. Allerdings haben Webmaster, die keine Kennzeichnung durchführen ein höheres Risiko.

    Ich habe die Art der Kennzeichnung von Peer übernommen und mache auch ein kleines Sternchen überall dahinter.

  2. 2
    Matthias sagt:

    Ich schreibe in Klammern ‘Affiliatelink’ dahinter, finde es aber auch hässlich.

  3. 3
    Volker sagt:

    Hallo Peer,

    ich kennzeichne die Affiliatelinks auch mit einem *, genau wie Du es machst. Ich habe das nämlich bei Dir so gesehen und finde das ist eine Lösung, die praktikabel ist und auch nicht weiter stört.

    Bei Bannern habe ich mich noch nicht so festgelegt. Manchmal schreibe ich “Werbung” darunter, manchmal binde ich sie nur so ein. Da bin ich mir, ehrlich gesagt, noch nicht ganz schlüssig wie ich da verfahren soll.

    Auf einem größeren Blog habe ich zusätzlich noch erklärt was Affiliate-Programme sind und wie ich davon profitiere.

    Ansonsten spreche auch im Impressum noch an, das Affiliate-Programme genutzt werden.

    Schöne Grüße
    Volker

  4. 4
    Carsten sagt:

    Ich kennzeichne meine Links immer, meistens auch direkt dahinter mit dem Wort “Partnerlink”.

    Allerdings gibt es sicher viele Internetnutzer,, die damit überhaupt nichts anfangen können. Auch “Affiliate” wird sicher nicht jedem geläufig sein.

    Aber gleich “Werbung” dahinter zu schreiben, finde ich auch wiederum übertrieben, da der Artikel an sich ja keine Werbung ist, sondern nur dieser Link. Obwohl ein Jurist dies sicher gut begründen könnte…

    Ganz ohne Kennzeichnung halte ich aber auf jeden Fall nicht für richtig.

    Warten wir mal ab, was die Rechtsprechung irgendwann mal dazu sagen wird.

  5. 5
    Andreas sagt:

    Hallo Peer

    Ich wohne in der Schweiz und habe keine Ahnung, ob es hier irgendein ein Gesetz dazu gibt. Ich kennzeichne auf jedenfall meine Affiliate Links nie, aber dafür gibt es bei mir immer eine schöne Maskierung. :-)

    Affiliate Marketing ist doch schon genug schwer, da sollte man sich das Leben nicht noch schwerer machen!

    Gruss Andreas

  6. 6
    Tino sagt:

    Sehr interessante Gedanken die da zu Tage treten. Es scheint in der Tat ein sehr schwammiger Bereich zu sein wenn man dem Gesetzestext nach urteilt. Hast du diesbezüglich evtl. eine Meinung eines erfahrenen Rechtsanwaltes o.ä.?

    Ich finde es prinzipiell richtig auf Werbung und Affiliate Links hinzuweisen, ich bin allerdings gespannt wann es dazu ein erstes Urteil geben wird. Bei der Frage ob eine IP-Adresse ein personenbezogenes Datum ist drehen sich die juristischen Mühlen ja auch schon dank schwammiger Gesetzestexte seit Jahren im Kreis.

    Liebe Grüße

    Tino

  7. 7
    Karl sagt:

    Lt. Urteil vom 24.08.2011 (Az.: 12 O 329/11) LG Düsseldorf muss sogar der Teaser mit “Werbung” bzw. “Anzeige” gekennzeichnet werden.
    Näheres siehe http://www.e-recht24.de/news/wettbewerbsrecht/6941-blogsa-websites-muss-eine-pressemitteilung-schon-im-anrisstext-als-werbung-gekennzeichnet-sein.html

    Ich schreib in jeden Post in dem ein Banner oder ein Textlink drin ist, oben drüber “Anzeige”.

  8. 8
    Peer Wandiger sagt:

    Hallo Karl,
    ich würde das nicht als wirklich relevantes Urteil für Affiliate-Marketing einstufen. Schließlich geht es ja hier primär darum, dass Texte von Unternehmen (z.B. Pressetexte) einfach übernommen wurden und diese dann als Werbung gekennzeichnet werden müssen.

    Als Affiliate schreibe ich die Texte ja selber. Insofern trifft es nicht wirklich zu.

    Aber der Grad ist sicher schmal.

  9. 9
  10. 10
    Karl sagt:

    Hallo Peer,
    wo ist der Unterschied zwischen Pressemitteilung und eigenem Text? Werbung ist Werbung!

  11. 11
    Peer Wandiger sagt:

    Ich bin kein Anwalt, aber in dem Urteil geht es darum, dass man einen werblichen Text einer Firma übernimmt. Das ist die Kernaussage des Urteils in meinen Augen. Und dann muss der Text auch als Werbung gekennzeichnet sein.

    Es hängt aber wahrscheinlich auch davon ab, wie der Text selber aussieht. Wenn ich im kompletten Text ein Produkt bewerbe, mag das ebenfalls Werbung sein.

    Wenn ich einfach das Thema XY behandle und darin dann auch einen passenden Affiliate-Link einbaue, ist der ganze Artikel in meinen Augen nicht Werbung, sondern nur der Link. Es wird ja in Zeitschriften und Online-Magazinen auch nicht jeder Artikel über ein Produkt als Werbung gekennzeichnet.

    Aber das ist sicher Ansichtssache und jeder muss für sich entscheiden, wie er damit umgeht.

  12. 12
    Gerald sagt:

    Hallo Peer,

    ich bin durch dich auf Affiliate-Marketing gestoßen und mache es daher auch so wie du es vorlebst: Mit Sternchen nach dem Link und “Anzeige” unterhalb eines Banners.

    Du hast geschrieben, dass du das “mittlerweile” so machst. Hast du eine spürbare Verschlechterung der Clicks bemerkt, seitdem du das so machst?

    Viele Grüße, Gerald

  13. 13
    Peer Wandiger sagt:

    @ Gerald
    Ich habe es nicht wirklich gemessen, da auch viele andere Faktoren da mit rein spielen.

    Aber da meine Affiliate-Einnahmen langsam aber beständig steigen denke ich nicht, dass sich dies negativ ausgewirkt hat.

    Ob es bei einem (Affiliatelink) hinter den Links schlechter wäre, kann ich nicht sagen.

  14. 14
    Guido sagt:

    Hallo Peer und hallo Leser,

    ist ja mal wieder ganz interessant was man sich alles einfallen lassen kann wenn es darum geht Leute zu kontrollieren bzw zu reglementieren.

    Wenn ich aber dann auch noch Blogger sehe die diesen Gesetzen zustimmen und es “nicht gut finden” wenn andere Blogger ihre Affiliate-Links oder ihre Werbung nicht kennzeichnen muss ich mich doch fragen wo die hochgepriesende (Internet-) Freiheit geblieben ist.

    Nicht für ungut und möchte auch keinen Kritisieren, das überlasse ich den Rechtsanwälten bzw den Richtern und Politikern, die werden für so etwas bezahlt.

    Was ich mich jedoch fragen muss:

    Was ist denn wenn ich eine Affiliate-Seite erstelle nur um ein Produkt. über einen Affiliate-Link, zu bewerben, muss ich dann schon in der URL oder dem Titel einen Hinweis auf Werbung schreiben?

    Meine Meinung zu diesem Gesetz:

    Da hat wieder mal ein Beamter nichts zu tun gehabt und musste beweisen das auch er noch gebraucht wird. Die Lösung hat er dann in diesem Gesetz gefunden :-)

    Nach dieser, meiner, Meinung dürfte wohl klar sein das ich keinerlei Werbung kennzeichne oder irgendwelche Hinweise schreibe…

    In diesem Sinne — Freiheit im Netz —

    Euer Guido

  15. 15
    Maik sagt:

    Bis auf Amazon-Hinweise im Impressum, kennzeichne ich auch keine Affiliate-Links.

    Das Sternchen könnte unerfahrene User verwirren, da sowas auch gerne mal für was Kleingedrucktes verwendet wird. Und wenn sie dann nach dem Sternchen suchen und “Affiliatelink” lesen, können einige damit immer noch nichts anfangen.

    Wenn man so wie du ein bekannter Blogger ist, seh ich da kein Problem das in Blogs einzusetzen. Aber wie es auf reinen Affiliate-Sites aussieht, weiß ich nicht. Ein A/B-Test wär da ziemlich interessant. ;)

  16. 16

    […] Peer Wandiger beschäftigte sich Mitte des Monats mit der gesetzlichen Trennungspflicht von Werbung und redaktionellem Content und deren Auswirkung auf das Affiliate Marketing. Die grundsätzliche Frage ist, ob Affiliate Links als Werbung gekennzeichnet werden müssen? […]

  17. 17
    Thomas sagt:

    Hallo,

    hier noch ein kleiner technischer Tipp der recht praktisch ist:

    Per CSS kann an ausgewählte Links Inhalt angehängt werden:

    a.affiliate:after {
    content: “\20090aa”;
    color: #CCC;
    }

    In diesem Fall wird ein kleines, graues, hochgestelltes a (für Affiliate) hinzugefügt.

    Demo, ich habe auf meinem Blog im Einsatz:
    http://www.tomfindet.de/praktisches/alternative-zur-babywaage/

    Vorteil: Kann man jederzeit ändern oder auch ganz weglassen. Nachteil: Ältere Browser sind eventuell überfordert (könnte man aber sicher über js nachrüsten). Über trickreiche Attribut (href) Selectoren könnte man das sogar automatisieren …

  18. 18
    Tobinger sagt:

    In meinen reinen Affiliate-Blogs habe ich in der Sidebar einen Vermerk angebracht, dass eigentlich alles Links bezahlt bzw. Affiliate-Links sind.

    Ich hoffe, dass das ausreicht.

    In meinen anderen Blogs schreibe ich es in der Regel dahinter.

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