Die häufigsten Abmahnungsgründe für Affiliates und was man dagegen tun kann


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Wenn man mit dem Affiliate Marketing beginnt, sieht man meist nur die Vorteile und den Spaß an dieser Arbeit.

Allerdings holt den einen oder anderen Affiliate die Realität dann recht schnell ein. Abmahnungen gehören leider auch im Affiliate Marketing mittlerweile dazu.

In diesem Artikel möchte ich auf typische Abmahnungen für Affiliates eingehen und dafür sensibilisieren, worauf man achten sollte.

Hinweis:
Da ich kein Anwalt bin, handelt es sich bei den folgenden Ausführungen um meine persönliche Meinung und meine eigenen Erfahrungen. Es handelt sich nicht um eine Rechtsberatung. Falls konkrete Fragen oder Probleme auftauchen, sollte man sich an einen Anwalt wenden.

Urheberrecht

Die häufigsten Abmahnungen von Affiliates betreffen wahrscheinlich das Urheberrecht. Darin gleichen Affiliates anderen Websitebetreibern.

Allerdings gibt es auch Unterschiede, da Affiliates viele Inhalte nicht selbst erstellen oder sich irgendwo besorgen, sondern von den Merchants bzw. den Affiliate Netzwerken bereit gestellt bekommen.

Dass dies vereinzelt durchaus zu Problemen führen kann, zeigt ein Artikel auf 100partnerprogramme.de.

Dort wird ein Fall beschrieben, bei dem ein Affiliate wegen eines Produktbildes abgemahnt wurde. Allerdings stammte dieses Produktbild aus den von einem Merchant bereitgestellt Produktdaten und das macht es etwas kompliziert.

Nun stellt sich nämlich die Frage, wer dafür haftet. So hundertprozentig ist das nicht geklärt und die Merchants und Netzwerke weisen erstmal jede Schuld von sich. Allerdings gibt es auch eine Stellungnahme des bekannte Online-Anwalts Dr. Martin Bahr. Dieser führt aus, dass der Affiliate zwar abgemahnt werden kann, aber dieser wiederum Schadensersatz beim Merchant bzw. dem Netzwerk einfordern kann.

Das ist zwar besser als damit allein klarkommen zu müssen, aber neben viel Stress und Aufwand ist damit natürlich auch eine Schädigung des Verhältnisses zwischen Merchant und Affiliate unvermeidlich.

Langfristig sollte man sich als Affiliate deshalb überlegen, ob man den Mechant auf Schadensersatz verklagt oder lieber mit ihm noch länger zusammenarbeiten möchte. Eine verzwickte Situation.

Was Bilder und Fotos betrifft, die der Merchant nicht aktiv bereitstellt, so ist Vorsicht geboten. Viele Affiliates bedienen sich einfach auf der Website einer Firma und meist geht das auch gut. Allerdings kann es auch hier zu Abmahnungen kommen, wenn z.B. die Rechte für ein Bild nur die Website des Merchants abdecken.

Deshalb wird empfohlen, dass man vorher den Merchant fragt und sich eine Erlaubnis einholt. Dann kann man zumindest wieder Schadensersatz einfordern, falls es doch eine Abmahnung gibt.

Das Urheberrecht spielt auch und gerade bei Affiliates eine wichtige Rolle, da sehr oft Produktfotos genutzt werden. Hier sollte man Vorsicht walten lassen, sich absichern und ggf. gegenüber dem Merchant Schadensersatz fordern, wenn man das denn möchte.

Markenrecht

Das Markenrecht ist ein zweiter Problempunkt im Affiliate Marketing. Auch hier spielen die schon angesprochenen Produktdaten, die von den Merchants bereitgestellt werden, eine Rolle.

Vor einer Weile habe ich mit einem Affiliate gesprochen, der wegen einer Text-Formulierung auf seiner Affiliate-Website abgemahnt wurde. Auch hier war es so, dass der Affiliate den Text vom Merchant zur Verfügung gestellt bekommen hat.

Allerdings war eben auch eine Formulierung in einem der Produkttexte dabei, den ein anderes Unternehmen als Marke angemeldet hat.

Unter dem Strich ist der Affiliate auf den Abmahnkosten sitzen geblieben auch wenn er, wie oben beschrieben, den Merchant auf Schadensersatz hätte belangen können. Wer als Affiliate jedoch langfristig erfolgreich mit einem Merchant arbeitet, der riskiert das nicht wegen einer Abmahnung.

Ein anderer Fall wird auf rgblog.de beschrieben. Da wurde ein Affiliate wegen eines abgeblich nicht erlaubten Gutscheines abgemahnt. Mal davon abgesehen, dass der Affiliate den Gutschein gar nicht benutzt haben will, wurde eben dieser Gutschein vom Merchant offiziell bereitgestellt.

Es gibt also durchaus auch Abmahnungsärger, wenn man gar nichts getan hat. Hier scheinen manchen Anwaltskanzleien auf gut Glück abzumahnen, da sie wenig zu befürchten haben. Selbst wenn man so eine Abmahnung abwehrt, bleibt man auf den eigenen Anwaltskosten sitzen. Hier ist dringend Reformbedarf zu geben, um unberechtigte Abmahnungen durchaus teuer für den Abmahnenden zu machen.

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sonstiges

Es gibt noch weitere Rechtsbereiche, die im Affiliate Marketing betroffen sind.

So zum Beispiel das Wettbewerbsrecht. Ich habe vor einer Weile einen Artikel gelesen, indem z.B. die beliebten Versicherungs- oder Kreditrechner kritisch betrachtet wurden. Diese bindet man ja direkt auf den eigenen Seiten ein, so dass ein Besucher die eigene Website gar nicht verlassen muss, um sich z.B. ein Versicherungsangebot zusenden zu lassen.

Das ist für den Affiliate natürlich ganz gut so, aber aus rechtlicher Sicht ist das durchaus umstritten. Es gibt Experten, die hier einen Verstoß sehen, da man dadurch nicht mehr als Affiliate „nur“ einen Interessenten vermittelt, sondern selber als Versicherungsvermittler auftritt. Und dazu benötigt man eine Lizenz.

Deshalb verzichte ich auch auf solche einzubindenden Rechner.

Das Telemediengesetz schreibt vor, dass Werbung auch so gekennzeichnet sein muss. Bei Werbebannern ist das auch keine Frage, aber wie sieht es bei Affiliate-Bannern und Affiliate-Links aus?

Es gibt da durchaus unterschiedlich Meinungen. Es ist zwar im Vorfeld kein Geld für die Einbindung des Banners oder Links geflossen, aber natürlich hat die Einbindung dennoch einen finanziellen Grund und die Vergütung erfolgt im Nachhinein.

Dazu habe ich bereits einen ausführlichen Artikel geschrieben.

Ich kennzeichne seit einer ganzen Weile meine Affiliate-Banner und -Links.

Absicherung gegen Abmahnungen?

Wie man sieht, gibt es einige Abmahnrisiken im Affiliate Marketing. Und so eine Abmahnung kann recht teuer werden.

Es gibt aber eine Möglichkeit das Risiko zu senken. Als ich eine Abmahnung wegen einem Bild bekommen habe, schaute ich mich nach einer Versicherung um. Klassische Rechtsschutzversicherungen decken so etwas aber nicht ab.

Allerdings habe ich den Anbieter exali gefunden, der eine Medienhaftpflicht* anbietet, die unter anderem Abmahnungen wegen Urheberrechts- und Markenrechtsverletzungen abdeckt. Damit kann man das finanzielle deutlich senken.

Zudem bietet diese Versicherung auch einen passiven Rechtsschutz. In dem oben erwähnten Fall mit der Abmahnung wegen einer Markenrechtsverletzung bei einem Gutschein hätte die Versicherung eigene Anwälte eingeschaltet um zu belegen, dass diese Abmahnung unberechtigt war. Auf diese Weise ist man nicht nur finanziell abgesichert, sondern bekommt auch noch rechtlich Unterstützung.

Fazit

Leider muss man sich auch als Affiliate mit dem Thema Abmahnungen beschäftigen. Wie man an den oben aufgelisteten Fälle sieht, kann es selbst bei großer eigener Sorgfalt zu Abmahnungen kommen, da man ohne die Daten und Medien von Mechants meist nicht arbeiten kann.

Weitere Informationen zu typischen Abmahnungen von Websites und Blogs findet ihr auf selbstaendig-im-netz.de.



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4 Kommentare für “Die häufigsten Abmahnungsgründe für Affiliates und was man dagegen tun kann”

  1. 1
    Björn sagt:

    Wie weit kann ich mich da eigentlich mit einer Media-Haftpflicht gegen absichern? Schade, dass das Gesetz gegen die Massen-Abmahnungen wohl wieder kassiert wurde. Wäre an der Zeit, dass hier mal konkrete, vernünftige und zeitgemäße Gesetze geschaffen werden. Aber darauf dürfen wir wohl noch was warten.

    Gruß

    Björn

  2. 2

    […] um sich nicht größeren Ärger einzuhandeln. Peer Wandiger erläutert in seinem Artikel die häufigsten Gründe für Abmahnungen und die beste Reaktion darauf. Ein Must-Read […]

  3. 3
    Flachs sagt:

    Weisst du eigentlich, wie es mit dieser Buttonlösung ausschaut? Also ein Shop muss ja jetzt auf einem Bestellbutton immer so etwas wie „kostenpflichtig bestellen“ stehen haben. Wenn ich aber als Affiliate z.B. nur auf ein Amazon Produkt linke, muss ich dann auf so einem Button auch auf die Kostenpflichtigkeit hinweisen?

  4. 4
    Peer Wandiger sagt:

    @ Flachs
    Meiner Meinung nach definitiv nicht. Schließlich schließt der User mit einem Klick auf den Link keinen Kauf ab.

    Der Shop, auf den man verlinkt, muss da so etwas haben. Aber das ist dessen Problem und nicht deines.

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