Rechtliche Aspekte beim Amazon-Partnerprogramm – Amazon Guide

Das Amazon-Partnerprogramm ist einfach zu nutzen und bietet viele vorgefertigte Werbemittel.

Dennoch gibt es ein paar rechtliche Punkte, auf die man achten sollte. Zudem stellt sich für neue Amazon-Affiliates immer wieder die Frage, wie man die Amazon Einnahmen in der eigenen Buchhaltung abrechnet.

In diesem Artikel gehe ich die wichtigsten Punkte durch und gebe Tipps aus meiner Erfahrung.

Dieser Artikel ist Teil der Artikelserie Geld verdienen mit dem Amazon-Partnerprogramm.

Hinweis:
Da ich kein Anwalt bin, handelt es sich bei den folgenden Ausführungen um meine persönliche Meinung und meine eigenen Erfahrungen. Es handelt sich nicht um eine Rechtsberatung. Falls konkrete Fragen oder Probleme auftauchen, sollte man sich an einen Anwalt wenden.

Rechtliche Aspekte beim Amazon-Partnerprogramm

Im Folgenden möchte ich einige Punkte ansprechen, zu denen immer wieder Fragen kommen.

Anpassung der Amazon-Links erlaubt?
Manch einer ist der Meinung, dass man nur die von Amazon selber generierten Affiliate-Links nutzen darf, aber das ist so nicht korrekt.

Amazon bietet selber einen Linkchecker an, mit dem man selber erstellte Partnerlinks prüfen lassen kann. Perun gibt in seinem Blog dazu ein paar Tipps.

Zudem kann man auf die Produktdaten auch über eine API zugreifen und da bekommt man z.B. auch nur die URL und kann sie frei einsetzen.

Maskierung der Amazon-Links erlaubt?
Die Nutzung von Kürzungsdiensten wie Bit.ly und Co. ist von Amazon untersagt und auch die lokale Maskierung mit einem Plugin wie z.B. Pretty Links ist nicht erlaubt.

Das bedeutet, dass man den Link so einbauen muss, wie er bei Amazon zu bekommen ist. Über den Amazon Site Stripe kann man sich mittlerweile aber eine von Amazon selbst gekürzte Link-Version anzeigen lassen. Diese eignet sich nicht nur für das Social Web, sondern auch zum Einbau in die eigene Website.

Ein Vorteil dieser Kurz-Links ist, dass sie nicht sofort als Affiliate-Links erkannt werden. Große Unterschiede habe ich allerdings nicht feststellen können.

Amazon-Links als Werbung kennzeichnen?
Soweit ich weiß, gibt es noch keine glasklare Entscheidung, ob Affiliate-Links als Werbung gekennzeichnet sein müssen.

Manche sind der Meinung, dass dies sein muss, da damit Geld verdient wird. Andere halten dagegen, dass man für den Einbau eines Affiliate-Links oder -Banners ja noch gar kein Geld bekommt.

Ich kennzeichne meine Amazon-Affiliatelinks so, wie ich es in diesem Artikel erklärt habe. Damit fühle ich mich relativ sicher.

Datenschutz-Kennzeichnung bei Affiliate Programmen
Laut den Teilnahmebedingungen von Amazon muss man in seinem Impressum oder auf einer separaten Seite „Datenschutzerklärung“ einen zusätzlichen Absatz einfügen.

Die Vorlage dafür findet ihr unter Punkt „10. Bezeichnung als Partner“ in den Teilnahmebedingungen.

Preise nennen?
Wenn man die fertigen Werbemittel von Amazon nutzt, ist die Preisnennung kein Problem. Schließlich werden diese Angaben automatisch angepasst.

Manuell gebe ich Preise aber nur bei Büchern an, da dort die Buchpreisbindung dafür sorgt, dass sich diese nicht ändern.

Gebe ich ausnahmsweise von einem anderen Produkt den Preis im Artikel-Text an, dann mit einem Hinweis auf das Datum, an dem dieser Preis galt.

neue Cookie-Richtlinie
Die sogenannten Cookie-Richtlinie schwebt seiner einiger Zeit auch über den Köpfen der Affiliates.

Demnach braucht man in Zukunft eine Zustimmung für jeden Cookie, der bei einem User gesetzt werden soll. Und da das Affiliate Marketing stark auf Cookies setzt, befürchten hier einige große Einnahmeeinbußen.

Doch noch ist das Gesetz in Deutschland nicht beschlossen, so dass weiter offen bleibt, wie genau die Umsetzung dieser EU-Richtlinie erfolgen soll.

Zu den möglichen Auswirkungen der Cookie-Richtlinie folgt bald ein separater Artikel.

Urheberrecht
Viele Affiliates fragen sich, ob sie die Bilder des Amazon-Partnerprogramms (also die Produktfotos) auf ihren Websites einsetzen dürfen.

Ich sehe keine Probleme, wenn man sie wie gedacht einsetzt. Das bedeutet, dass man diese natürlich nur im Rahmen der Bewerbung eines Amazon-Produktes nutzen darf und nicht andersweitig. Zudem darf man Bilder von Produkten, die nicht mehr im Amazon-Shop angeboten werden, auch nicht mehr nutzen.

Des Weiteren habe ich auf der Amazon-Website gelesen, dass man die Bilder zwar verkleinern und vergrößern darf, aber nicht bescheiden.

Alles in allem mache ich mir bzgl. des Urheberrechts keine großen Sorgen. Unternehmen haben im Normalfall nichts dagegen, dass man ihre Produkte bewirbt und dafür offizielle Produktfotos nutzt.

Rechnungen an Amazon schreiben

Leider ist Amazon bzgl. der Abrechnung für Ihre Affiliates sehr rückständig. Eigentlich dürfen nur Unternehmen am Amazon Partnerprogramm teilnehmen, aber dennoch bietet man keine ordentlichen Gutschriften an.

Das Problem löst man, indem man Amazon Rechnungen über die Auszahlungsbeträge schreibt. Diese sind netto und da Amazon in Luxemburg sitzt, bekommt man die Auszahlungen auch nur netto und muss keine Umsatzsteuer ans Finanzamt zahlen.

Wie diese Rechnungen auszusehen haben, erfahrt ihr in diesem Artikel. Es ist wichtig, dass man diese Rechnungen ordnungsgemäß und mit allen notwendigen Zusatzangaben erstellt, da das Finanzamt die Netto-Auszahlung ansonsten als Brutto ansehen könnte und Umsatzsteuer verlangt.

Diese Rechnung kann man an Amazon schicken, muss man aber wohl nicht wirklich. :-)

Man sollte dann übrigens nicht vergessen, dass die Amazon-Einnahmen in der sogenannten „Zusammenfassenden Meldung“ quartalsweise beim Finanzamt angegeben werden müssen.

WERBUNG
Geld sparen beim Hosting für Affiliate Websites

Beim deutschen Hoster All-Inkl gibt es günstige und leistungsfähige Hosting-Tarife, die ich selber für verschiedene Affiliate Websites nutze.

Damit bin ich sehr zufrieden und es ist optimal für Affiliate-Websites und Blogs.

Gerade Einsteiger profitieren zudem vom guten Support.

www.all-inkl.com

Fazit

Amazon Affiliate WordPress PluginWERBUNG

Wie bei jeder anderen Einnahmequelle auch gibt es ein paar rechtliche Punkte zu beachten, wobei manche Regelungen recht klar sind, andere dagegen eher schwammig.

Dennoch sollte man bei der Beachtung der wichtigsten Punkte keine Probleme bekommen.

So geht es weiter

Im 12. und letzten Teil dieser Artikelserie gibt es eine Zusammenfassung und ein Fazit.

Amazon Education CentreWERBUNG

12 Gedanken zu „Rechtliche Aspekte beim Amazon-Partnerprogramm – Amazon Guide“

  1. Hallo Peer,

    toller Artikel. Vielen Dank für den Link auf meinen Beitrag.

    Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass dies keine pauschale Freigabe zum Verstecken von Links ist, sondern in meinem Fall so entschieden wurde. Klar kann man daraus schließen, dass es damit für alle ok ist, wer jedoch auf Nummer sicher gehen will, der sollte die originalen Links einsetzen oder selbst noch mal nachfragen.

    Noch zwei Anmerkungen von mir.

    1)“Alles in allem mache ich mir bzgl. des Urheberrechts keine großen Sorgen. Unternehmen haben im Normalfall nichts dagegen, dass man ihre Produkte bewirbt und dafür offizielle Produktfotos nutzt.“

    Kann Dir hier nicht zustimmen. Ich Frage zur Sicherheit meist beim Hersteller an, ob es in Ordnung geht, wenn ich deren Bilder nutzte. Leider kommt dann oft zurück, dass sie das nur für Händler erlauben und nicht für Affiliates…
    Wieso das so ist, keine Ahnung. Mir kommt es so vor, dass immer noch viele Mitarbeiter bei den Herstellern gar nicht wissen, was Affiliatemarketing ist bzw. bringt.
    Bei anderen Herstellern musste ich eine Nutzungsvereinbarung unterschreiben.
    Wer also Bilder einfach so einsetzt hat doch ein gewisses Risiko.

    2) Bilder von Amazon
    Soweit ich weiß, muss man beim Einsatz von Amazonbildern einen Link hinterlegen. So dass man beim Klick auf das Bild direkt zu Amazon geleitet wird. Kann jedoch inzwischen anders sein.

    Antworten
  2. Hallo Peer, aufrund der gesetzlichen Bestimmung der Trennung von Content und Werbung müssen Links zu kommerziellen Seiten als Werbung gekennzeichnet sein. Das gilt insbesondere im Artikel, wo diese mit Keywords verlinkt werden. Die User klicken darauf weil sie denken dass es weitere Informationen gibt, landen aber in einem Online-Shop. Laut OLG München, Urteil vom 10.12.2009, Az. 29 U 2841/09 §§ 3; 4 Nr. 3 UWG muss redaktionelle Werbung im Internet als solche erkennbar sein. Ein Werbelink sollte daher eigentlich auch als ein solcher gekennzeichnet werden müssen.

    Antworten
  3. @ Matthias
    Ich kenne das Trennungsgebot von Werbung und Content. Nur ist ein Affiliate-Link keine Werbung im klassischen Sinne. Der Link wurde nicht bezahlt. Deshalb gibt es ja Unklarheiten darüber, wie man diese Links kennzeichnen muss.

    Das alle Links zu kommerziellen Website gekennzeichnet werden müssen halte ich für fragwürdig. Ich kenne das Urteil nicht, aber da müsste ja die Hälfte aller Links im Web gekennzeichnet werden.

    Antworten
  4. @ Matthias
    Ein interessantes Urteil, aber meiner Meinung nach nicht wirklich zum Thema dieses Artikels passend.

    Was man aber daraus mitnehmen kann ist die Aussage, dass dem User klar sein sollte wohin ein Link führt. Aber auch das ist eine sehr starke Grauzone.

    Antworten
  5. Hallo Peer

    Weißt Du zufällig, wie es sich mit den weiteren Artikelbilder von Amazon verhält? Darf ich diese ebenfalls auf meiner Seite nutzen, um ein Amazon-Artikel zu bewerben?

    Wenn also beispielsweise bei einem Produkt mehrere Bilder vorhanden sind, die man nacheinander durchklicken kann. Darf man das zweite oder dritte Bild ebenfalls oder nur das zweite oder dritte Bild zur Bewerbung des Angebots nutzen?

    Gruss
    Tobinger

    Antworten
  6. Hallo Peer,

    ich hätte da eine Frage zu den Amazon Produktbildern. Wenn ich von einem bestimmten Produkt, sagen wir einer SSD Festplatte ein Bild nehme dieses aber für meine Hauptkategorie SSD verwenden möchte und nicht für eine bestimmte SSD eines bestimmten Herstellers, reicht es dann allgemein auf die Suchseite mit allen SSDs bei Amazon zu verlinken oder muss das Bild unbedingt auf das Produkt verlinken wo ich das Bild her habe?

    Viele Grüße
    Felix

    Antworten
  7. @ Darkeagle
    Ich kann dir hier natürlich keine rechtliche Beratung geben, da ich kein Anbwalt bin.

    Ich kann nur sagen, wie ich mit sowas umgehe.

    Ich verwende die Produktbilder ausschließlich beim Test der Produkte. Bei jeglicher anderer Verwendung (Kategoriebild) habe ich die Befürchtung, dass das mal eine Abmahnung geben könnte.

    Und soweit ich weiß, darf man die Amazon-Bilder auch nur direkt bei der Produktempfehlung/-vorstellung nutzen.

    Brauche ich ein Bild für den Header oder so, dann schaue ich bei Fotolia rein.

    Antworten
    • Vielen Dank für die Antwort. Schließt das denn auch Vorschaubilder eines Testartikels mit ein? Also darf das Produktbild wirklich nur im Artikel selber sein und nicht beim excerpt, welcher den Artikel auf der Kategorieseite anteast?

      Antworten
  8. Mist, noch eine kurze Frage hinterher, würdest du sagen, man darf die Bilder auch „verändern“ also ich rede nur davon, dass man beispielsweise die besten mp3 Player testet und man hat für seine Seite ein eigenes Gütesiegel entworfen mit 1. Platz, 2. Platz und 3. Platz. Darf ich dann das Produktbild deiner Meinung nach hernehmen und mein Testsiegel unten ins rechte Eck über das Bild legen und dann das Bild zu Amazon und co verlinken? Ich weiß, ich weiß keine Rechtsberatung, aber ich bin da einfach noch sehr unerfahren. Vielen Dank

    Antworten
  9. Ich hatte das in den Teilnahmebedingungen so verstanden, dass man die Bilder (außer in der Größe) nicht verändern darf. Also kein Anschneiden, keine Collagen etc..

    Antworten
  10. Hallo Peer,

    eine tolle Artikelserie, auf die ich hätte früher stoßen sollen. Ich habe schon ein paar tolle Tipps gefunden.

    Zum Thema Produktbilder haben wir allerdings auch sehr negative Erfahrungen gemacht. Wir haben eine zeitlang Bilder von Amazon zu unseren Produktvorstellungen auf einer Kinderseite runtergeladen und eingebunden, haben dann aber eine Abmahnung bekommen, die wir auch nach anwaltlichem Rat zahlen mussten. Nun binden wir wenn überhaupt nur noch Bilder über die angebotenen Werbemittel ein und hoffen, damit auf der sicheren Seite zu sein. Nur so sehen alle Besucher mit Adblocker kein Bild in den Artikeln, was sehr schade ist. Zu 95% nehme ich nun nur noch eigene Fotos und nutze von Amazon nur noch Textlinks.

    viele Grüße,
    Nina

    Antworten

Schreibe einen Kommentar