WDF und IDF – Sinnvolle SEO-Kennzahlen für Affiliates?

Die Keyword-Dichte war in der Vergangenheit eine wichtige SEO-Kennzahl. Damit sollte die Relevanz eines Artikel für bestimmte Begriffe definiert werden.

Durch die zunehmende Komplexität von Google und Co. ist die Keyword-Dichte aber immer mehr in die Kritik geraten, ohne dass aber wirkliche Alternativen angeboten wurden.

Mit WDF und IDF wurden aber nun 2 Werte „in der Ring geworfen“, die tatsächlich die Keyword-Dichte ablösen könnten.

Für Werbe-Links auf dieser Seite zahlt der Händler ggf. eine Provision. Diese Werbe-Links sind am Sternchen (*) zu erkennen. Für dich ändert sich nichts am Preis. Mehr Infos.

Was sind WDF und IDF?

TarifCheck24 Kredit HammerWERBUNG

Das hier ist kein SEO-Blog und deshalb möchte ich gar nicht zu sehr in die Details gehen, sondern es allgemein verständlich formulieren.

Der Wert WDF steht für „Within Document Frequency“. Damit wird also die Häufigkeit eines Begriffes in einem Dokument festgehalten. Im Unterschied zur Keyword-Dichte wird in der Formel allerdings zweimal ein Logarithmus verwendet, der dafür sorgt, dass die Relevanz nicht einfach weiterwächst, sondern sich deren Wachstum abschwächt.

Gegenüber der Keyword-Density, die oft nur für die Hauptkeyword errechnet wird, soll die WDF für alle Begriffe eines Textes errechnet werden. Damit erkennt man schon, ob der selbst vorgegebene Hauptbegriff überhaupt der wichtigste Begriff des Textes ist.

Dennoch ist die WDF eigentlich nur eine Abwandlung der Keyword-Dichte und allein deshalb sicher kein ausreichender Ersatz.

Erst im Zusammenspiel für dem Wert IDF wird dieser neue Ansatz interessant. Damit ist die „Inverse Document Frequency“ gemeint. Auch hier gibt es eine Formel, die im Grunde aber nichts anderes errechnet, als Verbreitung des Begriffes im gesamten Web. Die Zahl aller Seiten im Web durch die Zahl der Seiten mit diesem Begriff und das wieder mit einem Logarithmus versehen.

Der Gedanke dahinter ist folgender. Je verbreiteter ein Begriff im Web insgesamt ist, umso schwerer wird es der eigenen Website fallen, dafür als besonders relevant in Googles Augen zu erscheinen.

Es ist also gut, wenn der IDF besonders groß ist.

WDF und IDF wurden übrigens von Karl Kratz ins Spiel gebracht.

Praktische Erkenntnisse

Das Produkt aus WDF und IDF gibt einen Wert aus, der also dann besonders hoch ist, wenn die Relevanz eines Begriffes auf den eigenen Seiten hoch ist, dieser aber im Web selten vorkommt.

Das ist eine Auswertung, die sehr interessant ist und von bisherigen Auswertungsmethoden kaum erfasst wurde.

Natürlich gab es bisher ebenfalls eine Betrachtung des Webs insgesamt, aber dies wurde so noch nicht einen Wert „gegossen“.

Indem man den Wert „WDF*IDF“ zudem für alle eigenen Begriffe analysiert, sieht man genau, für welche Begriff ein bestimmter Artikel besonders stark von Google und Co. wahrgenommen wird. Und das ist eben nicht immer der Begriff, den man gern hätte, da die Häufigkeit des Begriffes im Text allein nicht mehr entscheidend ist.

WERBUNG
Mit Affiliate Marketing online Geld verdienen

In diesem Kurs lernst du Schritt für Schritt, wie man eine Affiliate-Website aufbaut, die Geld bringt.

Von der ersten Idee, über die technische und inhaltliche Erstellung, bis hin zu den ersten Einnahmen.

Du bekommst 10 Euro Rabatt mit dem Code affiliate-marketing-tipps

Machen WDF und IDF wirklich Sinn?

Das ist eine gute Frage. Ich finde diese neue Textbeurteilung sehr interessant und sehe grundsätzlich einen Nutzen.

So kann man damit z.B. eine bestehende Affiliate-Website* sehr gut analysieren, für welche Begriffe diese am relevantesten erscheint. Stoppwörter, also Wörter, die eigentlich in jedem Text vorkommen, werden dabei natürlich gefiltert.

An der Auswertung kann man dann erkennen, zu welchen Begriffen man ggf. weitere Inhalte mit einem hohen WDF*IDF Wert erstellen sollte und wo man gegenüber der Konkurrenz Aufholbedarf hat.

Allerdings sehe ich in der praktischen Umsetzung Probleme, da der „WDF*IDF“ eines kompletten Textes eben nicht so einfach und schnell errechnet werden kann, wie die Keyword-Dichte. Man benötigt dazu schon ein spezialisiertes Tool, welches ein Diagramm dazu ausgibt, noch während man einen Text schreibt bzw. spätestens vor der Überarbeitung.

Einen externen Autor mit „WDF*IDF“ zu briefen ist noch relativ schwer. Hier kann man nur hoffen, dass Textbroker und Co. ihren Autoren in Zukunft so ein Tool beim Schreiben der Texte zur Verfügung stellen werden.

Plugin-Lösung

Es gibt bereits erste Plugins, die das neue Konzept zumindest ansatzweise umsetzen. So berechnet das kostenpflichtige WordPress WDF Plugin (nicht mehr verfügbar) die WDF-Werte eines Artikels.

Das ist schon mal kein schlechter Anfang, der WDF Wert wird automatisch beim Schreiben eines Artikels berechnet und zeigt an, für welchen Begriff das Dokument am relevantesten erscheint.

Aber natürlich fehlt zur Gesamtbewertung noch der IDF-Wert. Ohne diesen ist es eben doch nur eine aufgebohrte Keyword-Dichte.

Ich habe auch schon gelesen, dass zumindest ein Plugin mit „WDF*IDF“ in Arbeit ist, aber bisher ist da noch nichts erschienen.

Xovi bietet WDF und IDF Analyse

Weiter sind da schon SEO-Online-Tools wie Xovi*. Bei Xovi hat man so eine Auswertung bereits integriert.

Auf Wunsch kann man eine Domain auswerten lassen. Dabei wird nicht nur der WDF-Wert für alle auf der eigenen Website gefundenen Keywords (außer Stoppwörter) angezeigt und IDF berechnet (und daraus der WDF*IDF Wert errechnet), sondern es werden auch die anderen Top-10 Suchergebnisse zum Hauptbegriff ebenfalls ausgewertet.

Das ergibt ein paar sehr interessante Diagramme, wie z.B. das folgende:

Xovi bietet WDF und IDF Analyse

Dieses zeigt 3 Werte-Linien. Die blaue ist dabei die Linie für die eigene Website. Man sieht hier, welchen „WDF*IDF“-Wert die eigene Site für die einzelnen Keywords hat.

Die schwarze Linie zeigt den jeweils höchsten „WDF*IDF“-Wert für die ausgewerteten Konkurrenz-Seiten an.

Die orangene Linie ist schließlich der durchschnittliche „WDF*IDF“-Wert der ausgewerteten Sites.

Daran kann man gut erkennen, für welche Begriffe die eigene Site besonders relevant ist und wo man gegenüber der Konkurrenz nachlegen muss.

Des weiteren zeigt Xovi auch noch die „WDF*IDF“-Werte für jeden der ausgewerteten Konkurrenten an, was interessante Einblicke ermöglicht.

Fazit

WDF und IDF machen eigentlich nur im Zusammenspiel richtig Sinn, können dann aber wertvolle Informationen darüber bieten, wie relevant die eigene Website für welche Begriffe ist.

Wie Karl Kratz aber auch schon in seinen Ausführungen klar macht, ist dies nur ein Wert von vielen. Er wird von Google und Co. zwar höchstwahrscheinlich auch in einer ähnlichen Form genutzt, aber es gibt natürlich noch viele, viele weitere Faktoren, die am Ende das Ranking einer Website bestimmten.

Deshalb würde ich diese Auswertung grundsätzlich für Affiliates schon empfehlen, um eine bestehende Affiliate-Website zu analysieren und zu prüfen, ob die grundsätzliche (Aus-)Richtung stimmt. Aber ich würde es nicht übertreiben und permanent an diesem Wert pfeilen. Dafür gibt es genügend andere Kriterien, die ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Hinzu kommt, dass dieser Wert keine Beurteilung der Lesbarkeit und des Sinns eines Textes ist. Es kann also durchaus sein, dass der „WDF*IDF“-Wert hoch ist, aber der Text trotzdem nur Müll ist.

Das sollte man immer bedenken, da man in erster Linie nützliche und lesenswerte Artikel für die Besucher schreiben sollte.

Raidboxes - WordPress Verwaltung E-BookWERBUNG

8 Gedanken zu „WDF und IDF – Sinnvolle SEO-Kennzahlen für Affiliates?“

  1. Gerade beim Affiliate braucht man ja gute Texte, um überhaupt mitmischen zu können. Mit dem WDF*IDF-Prinzip hat man zumindest schöne Ansätze, wie man solche Texte gestalten kann. Ob man diese Möglichkeit auch nutzt, bleibt ja jedem selbst überlassen. Was das Plugin angeht, so bin ich leider wenig überzeugt. Ich habs mir installiert und anfangs noch ausprobiert. Der Mehrwert hält sich meiner Meinung nach aber in Grenzen.

    Antworten
  2. Schöner Artikel, Peer. Zwei Gedanken habe ich noch dazu.

    Zum einen schreibst du das WDF*IDF von Karl Kratz ins „Spiel“ gebracht wurden. Das stimmt nicht so ganz, die beiden Werte gibt es schon seit Jahren. Karl hat diese Idee nur umgesetzt und sie in ein Content Konzept eingearbeitet.

    Zum anderen gibt es neben Xovi noch ein weiteres schönes Tool: seolyze.com bietet eine sehr schöne WDF*IDF Berechnung anhand der eigenen Webseite im Vergleich mit der Konkurrenz. Und mit 19,99 € ist es auch deutlich günstiger als Xovi.

    Danke für den Artikel!

    Beste Grüße
    Micha

    Antworten
  3. Toller Artikel, wieder was dazu gelernt weil es einfach und verständlich geschrieben ist ich werde denn mal versuchen umzusetzen geht das eigentlich auch mit Inbound Writer?, ich habe den Plugin nämlich mal eine weile installiert gehabt

    Antworten
  4. Naja ich halte nicht allzu viel von solchen Kennzahlen. Denn diese decken nur einen kleinen Bruchteil der Rankingkriterien ab.

    Ich achte darauf, meine Texte für die Leser zu schreiben und hin damit bisher sehr gut gefahren…

    Antworten
  5. Auch ich halte von solchen Kennzahlen nicht allzu viel. Beim Schreiben eines Textes auf Keyworddichte oder eben WDF*IDF zu achten, ist nicht wirklich durchführbar. Ich schreibe Texte für Leser, und das ist auch die Empfehlung von Google. Zudem gibt es viele Beispiele wo die guten Rankings auf anderer Basis zustande kommen. Textumfang, Strukturierung, Lesbarkeit und Verlinkung sind meines Erachtens wichtiger als ein toller WDF*IDF-Wert.

    Antworten
  6. Ich finde das Thema WDF aktuell sehr interessant, es sollte jedoch nicht zu hoch bewertet werden. Wenn ein Konkurrent seine Texte einmal ändert, dann müsste theoretisch der eigene Text wieder durch den Editor gejagt werden.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar